Mitgliederversammlung 2010
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Bremervörder Zeitung 18. März 2010
 
 

30 Prozent mehr Besucher

 
  Gedenkstätten-Verein Sandbostel: Dr. Klaus Volland neuer Vorsitzender - Führung von immer mehr Schulklassen  
  Der Vorstand des Vereins.  
 
Der Gedenkstätten-Verein unterstützt die „Stiftung Lager Sandbostel“ nach Kräften und der neu gewählte Vorstand hat noch viel Arbeit vor sich: Detlef Cordes (von links, Zweiter stellvertretender Vorsitzender), Karl-Heinz Buck (Erster stellvertretender Vorsitzender), Peter Matthiesen (Kassenführer), Dr. Gerhard Meyer (Kassenprüfer), Dr. Klaus Volland (Vorsitzender) und Werner Borgsen (Beisitzer).   Foto: Zimmering
 
 

VON HARM ZIMMERING

SANDBOSTEL Der Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel“ sieht sich weiterhin mit einem großen Aufgabenspektrum konfrontiert. Er bleibt eigenständig und geht nicht in die Stiftung Lager Sandbostel“ über, sondern versteht sich vielmehr als wichtige Säule für die 2004 ins Leben gerufene Stif­tung und wird diese weiterhin nach Kräften unterstützen.
Neben der Dokumentation dieses Selbstverständnisses stand am Dienstag die Wahl eines neuen Vorsitzenden im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Vereins. Zum Nachfolger für den im vergangenen Frühjahr verstorbenen Dr. Dietmar Kohlrausch bestimmten die Mitglieder einstimmig ihren bisherigen kommissarischen Leiter Dr. Klaus Volland.
„Der Aufbau der Gedenkstätte lag im vergangenen Jahr wie auch künftig in Händen der Stiftung“, sagte Dr. Volland in seinem Jahresbericht. Neben Projektkoordinator Andreas Ehresmann seien besonders die Mitglieder Karl-Heinz Buck als Vorstandsvorsitzender der Stiftung, Detlef Cordes als Bausachverständiger und Clement Poppe als Kuratoriumsvorsitzender maßgeblich an den Planungs- und Koordinierungsaufgaben zur Gestaltung des Lagergeländes beteiligt gewesen. Die pädagogische Arbeit dagegen habe überwiegend in den Händen von Burkhard Rexin, Werner Zeitler und Hubert Sandmann gelegen.

Nahezu alle Veranstaltungen des Gedenkstättenvereins im abgelaufenen Geschäftsjahr seien bis auf wenige Ausnahmen in Kooperation mit der Stiftung erfolgt, erläuterte Dr. Volland. Zu den eigenständigen Veranstaltungen gehörten eine Buchvorstellung in Bremervördes katholischer Kirche, ein von Dr. Helge Matthiesen moderierter Workshop mit dem Zweck einer Neudefinition der Aufgaben des Gedenkstättenvereins sowie die Arbeit am Projekt „Jüdisches Leben in Zeven und Bremervörde".

Als herausragende Kooperationsveranstaltung mit der Stiftung nannte Klaus Volland die Kundgebung am 29. April, die alljährlich zum Gedenken an die Lagerbefreiung stattfindet. Im vergangenen Jahr sei besonders das Schicksal von amerikanischen Gefangenen gewürdigt worden. Der neue Vorsitzende hob unter anderem das internationale Jugend-workcamp in Sandbostel sowie die Veranstaltungen zum 70. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs hervor, bei denen insbesondere durch zwei viel beachtete Ausstellungen an das Schicksal der polnischen Bevölkerung und der polnischen Kriegsgefangenen nach dem deutschen Überfall erinnert worden sei.
„Die renovierte ,Lagerküche A' wurde erstmals am 29. April für die Gedenkkundgebung und am 1. Oktober für eine Buchvorstellung des Landschaftsverbands Stade genutzt", sagte Dr. Volland. Eine Filmvorführung   im „Cultimo“, der Auftritt des amerikanisch -jüdischen Musikers Willy Schwarz in Kuhstedtermoor sowie das Konzert des „Swing-Wing“-Quartetts in „Slump's“-Gewölbekeller in Bremervörde seien weitere Höhepunkte des Veranstaltungsreigens gewesen.

Erfreut zeigte sich der frisch gebackene Vorsitzende des Gedenkstättenvereins über eine Aktion von Burkhard Rexin: Der Pädagoge hat einen Nachdruck der allseits beachteten Erinnerungen des ehemaligen belgischen Kriegsgefangenen Roger Cottyn organisiert und bei dieser Gelegenheit 2 000 Euro von der Bürgerstiftung der Volksbank
Zeven eingeworben, die der Verein jetzt der Stiftung für die Einrichtung von Schülerarbeitsplätzen im neuen Gedenkstättengebäude zur Verfügung stellen will. Volland bedankte sich bei Karl-Heinz Buck für die Betreuung der Webseiten und bei Wolfgang Sellner, der sich als „guter Geist der Gedenkstätte“ mit der Erledigung einer Vielzahl von Aufgaben unentbehrlich gemacht habe.
Über einen erfreulichen Anstieg der Besucherzahlen berichtete anschließend Projektkoordinator Andreas Ehresmann. 6 500 Interessierte hätten das Lagergelände im vergangenen Jahr besucht. Das entspräche einer Steigerung von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ehresmann: „Vor allem durch die Präsenz im Internet erwarten wir auch 2010 wieder einen deutlichen Anstieg der Gästezahlen“. Dazu berechtigten bereits die im ersten Quartal dieses Jahres verbuchten Anfragen. Man habe 2009 rund 70 Kontakte registriert, die der „memorialen Ebene“ zuzuordnen seien. Im Klartext: Die Schicksalsklärung von ehemaligen Kriegsgefangenen bleibt eine wichtige Arbeit der Gedenkstätte. Die Sanierung der „Gelben Baracke“ und der „CVJM-Baracke“ soll jetzt als „vorgezogene und genehmigte Maßnahme“ unverzüglich in Angriff genommen werden. Burkhard Rexin berichtete von immer mehr Schulklassen, die das Lagergelände besuchen. „Inzwischen haben wir vier Mitarbeiter, die entsprechende Führungen machen können“, sagte der Lehrer und pädagogische Leiter der Stiftung. Gern sollten sich interessierte Bürgerinnen und Bürger an die Stiftung wenden, wenn sie sich für Geschichte des Lagers einbringen und Rundgänge begleiten wollen.

 

 
 
"Zurzeit formiert sich ein Stab von wissenschaftlichen Mitarbeitern, um ein attraktives Ausstellungskonzept zu erarbeiten."
Andreas Ehresmann, Projektkoordinator
 
 

Vorstandswahlen

Nachdem Kassenführer Peter Matthiesen seine von den Kassenprüfern sorgfältig geführte Buchhaltung offen gelegt hatte und die Versammlung dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilte, wählten die Mitglieder Karl-Heinz Buck und Detlef Cordes zu stellvertretenden Vorsitzenden. Werner Borgsen und Dr. Helge Matthiesen wurden zu Beisitzern ernannt. Und weil auch künftig die Finanzen sorgfältig geprüft werden sollen, wurde Dr. Gerhard Meyer zu neuen Kassenprüfer bestellt.

 
     

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