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Bremervörder Zeitung 28. Juli 2010
 
 

Fremde Kulturen verstehen und tolerieren

 
 

Jugendliche des Workcamps in Sandbostel verbringen einen Tag lang in einer deutschen Familie

 
   
  Lisa Masthoff (von rechts) mit ihrer Mutter Irma Behnken-Masthoff und den Gästen Alona und Slawa aus der Ukraine.                 Foto: bz  
 
VON LISA MASTHOFF
OBER OCHTENHAUSEN. Im Rahmen des Workcamps in Sandbostel finden verschiedene Informationsveranstaltungen statt. Es gilt, fremde Kulturen und Länder kennen zu lernen und Vorurteilen entgegenzuwirken. Unter diesem Motto stand auch der Gastfamilientag, der vergangenen Sonntag mit Familien aus der Gemeinde Sandbostel veranstaltet wurde.
Auch meine Familie nahm zwei ukrainische Jugendliche auf, die am Workcamp teilnehmen. Ein gemeinsames Frühstück im Sportlerheim in Sandbostel mit Gastfamilien und den Jugendlichen aus den verschiedenen Nationen sollte die erste Kontaktaufnahme erleichtern. Die beiden ukrainischen Jugendlichen Alona und Slawa waren anfangs etwas schüchtern, angesichts einer fremden Familie, die ein vollkommen anderes Leben führt. Doch sollte diese Zurückhaltung im Laufe des Tages in Vertrauensvolle Offenheit übergehen.
Obwohl die Gastfamilien den Vorteil haben, sich in der gewohnten Umgebung zu befinden, schien doch die Bestrebung groß zu sein, einen guten ersten Eindruck bei den Jugendlichen zu hinterlassen. Die Neugier schien auf beiden Seiten größer, als mögliche Bedenken. Meine Familie und ich hatten uns vorgenommen, den Gästen einen Eindruck von unserem täglichen Leben zu vermitteln und uns keine großen Unternehmungen mit ihnen vorzunehmen.
Die beiden ukrainischen Jugendlichen stellten sich mir vor. Unbekannte Namen weisen auf eine andere Kultur hin. So musste ich die richtige Aussprache in der Muttersprache trainieren. Als Verständigung diente ein sicheres Englisch. Wir entschieden, ihnen als erstes unseren Bauernhof und das Dorf zu zeigen.
Im Gespräch verglichen wir immer wieder das Bekannte zu Hause mit den fremden Erzählungen. Wir haben zum Beispiel Musik gehört, Hits aus den ukrainischen Charts, und dabei Parallelen zur deutschen Popmusik gezogen.
Ein russisches Kinderlied war meiner Mutter noch sehr präsent, womit sie die beiden Jugendlichen aus der Ukraine in Kindheitserinnerungen versetzte.Ganz besonders interessierten sich Alona und Slawa für die Kühe und die Arbeit, die mit der Landwirtschaft verbunden ist. Der 19-jährige Slawa scheute sich nicht, seine sauberen Sachen auszuziehen und stattdessen in Arbeitskleidung meiner Mutter beim Melken zu helfen.
Nach diesem erlebnisreichen Tag für Slawa und die 17-jährige Alona aber auch für mich und meine Familie, sollte ein Gottesdienst in der Lagerkirche Sandbostel mit Pastorin Maike Sellmayr und anschließendem Grillen beim Sportlerheim in Sandbostel den gemeinsamen Tag beenden.
 
 

Zur Autorin

Lisa Masthoff (19) aus Ober-Ochthausen hat in diesem
Sommer Abitur gemacht. Die musikalische Ober
Ochtenhausenerin, die leidenschaftlich gern Geige und Posaune spielt, macht dereit ein Praktikum in der Lokalredaktion der Bremervörder Zeitung.

 

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