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Sandbostel (bz). Rund 90 Mitglieder und Gäste haben kürzlich auf Einladung des „Seniorenkreises im Landvolkverband Bremervörde” das ehemalige Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager „Stalag X B” in Sandbostel besichtigt.
Andreas Ehresmann, Mitarbeiter der „Stiftung Lager Sandbostel” und der Vorsitzende des Seniorenkreises, Joachim Behnken, führten je eine Gruppe in einer etwa einstündigen Führung über das Lagergelände. Im Gesamtkonzept der Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel ist neben dem Friedhof und der Kirche die Errichtung einer Gedenkstätte auf dem Lagergelände von zentraler Bedeutung.
Die Angehörigen des Seniorenkreises hatten zum großen Teil „noch recht gute Erinnerungen an die Zeit des zweiten Weltkrieges und die Anwesenheit von Kriegsgefangenen in den Dörfern und ihre Mitarbeit auf den Höfen”, erläuterte Joachim Behnken.
Viele Besucher seien allerdings erstmalig im Lager gewesen und hätten versucht, das Leben der Kriegsgefangenen auf engsten Raum, in den Baracken und hinter Stacheldraht nachzuempfinden.
„Sehr betroffen machte allenthalben der marode Zustand eines Großteils der Gebäude”, unterstrich Behnken. Wenn auch „die allgemeine Notwendigkeit” einer Dokumentation der Geschichte und speziell der Geschehnisse im Lager nicht in Frage gestellt worden sei, so sei doch der Umfang der Kosten für Investition und Unterhaltung in den Mittelpunkt gerückt, so der Vorsitzende weiter. ,Da hat sich die Stiftung aber was vorgenommen”, so die Meinung vieler Teilnehmer.
Nach der Besichtigung traf sich der Seniorenkreis zur Kaffeetafel im Gasthof „Zum Grünen Jäger”. Dort war noch Zeit für eine Nacharbeit mit recht intensiver Diskussion über die verschiedenartige Nutzung des Lagers und die Entwicklung des Lagers vom Reichsarbeitsdienstlager zum „Stalag X B” bis zum heutigen Gewerbegebiet und der Stiftung. „Alle Teilnehmer empfanden die Veranstaltung und die Informationen als überfällig, sehr gelungen und erkenntnisreich”, resümmierte Joachim Behnken.
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