Begrüßungsansprache von Dr. Klaus Volland am 22.September

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  Klaus Volland, Begrüßungsansprache zur Matinee am 22. 9. 02
in der Dokumentationsstätte Sandbostel

Lieber Herr stellvertretender Bürgermeister Hube, sehr geehrter Herr Bürgermeister Hanschen, liebe Gäste,

ich darf Sie und euch im Namen der Dokumentationsstätte Sandbostel herzlich begrüßen. An einem schönen Sonntag und zumal an einem Wahlsonntag geht man ganz gern unter Leute. Deshalb haben wir diese Veranstaltung auf eine spaziergänger - und wählerfreundliche Zeit gelegt, also möglichst spät in den Vormittag, aber doch so früh, dass wir sie noch "Matinee" nennen konnten. Eine Matinee ist laut Duden eine "künstlerische Morgenveranstaltung", und deshalb haben wir außer dem Künstler Tetjus Tügel, der er in mehrfacher Hinsicht ist, einige Künstler mehr eingeladen: Ralf Hube, unseren stellvertretenden Bürgermeister, der uns aber heute nicht seine Künste am Klavier vorführen, sondern zu uns sprechen wird, dann den Musikpädagogen Andreas Dreier, der hier im Haus wohnt und für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung am Keyboard sorgt, und Brigitte Borchers und Mackie Zint, auch bekannt als Duo "Hin und weg", die uns zwei Lieder singen und spielen werden.

Die Ausstellung von Tetjus Tügel ist am 23. August in Ober Klenkendorf bei Thomas Foerst eröffnet worden, sie war dann vier Wochen hier zu sehen, und inzwischen hat eine wachsende Zahl von interessierten Besuchern den Weg hierher gefunden. Die Ausstellung machte es erforderlich, unseren Ausstellungs- und Vortragsraum umzugestalten, sicher zu seinem Vorteil, und wir fühlen uns ermutigt, die Adresse Großer Platz 4, diese schöne Villa, als Ort der Beschäftigung und Auseinandersetzung mit Geschichte, Kunst und Musik und als Ort der Diskussion und des Gesprächs noch mehr zu etablieren. Trotz der Rückschläge in den letzten Tagen halten wir aber an einem unserer wesentlichen Ziele fest, eine Gedenk- und Dokumentationsstätte auf dem historischen Lagergelände in Sandbostel zu errichten, und wir hoffen dabei auch auf Ihre, auf eure verstärkte Unterstützung. Es darf nicht sein , dass die Überreste eines Ortes von so großer historischer Bedeutung weiterhin dem rapiden Verfall preisgegeben sind, so dass man beim Landkreis schon die Abrissgenehmigungen bereithält, und es darf nicht dazu kommen, dass für das Gedenken an das Stalag X B und an das KZ-Lager Sandbostel im ehemaligen Lagergelände nur ein "Kondolenzbuch" in einem Nebenraum der Lagerkirche ausgelegt und für die Dokumentation lediglich eine Informationstafel aufgestellt wird. Wir danken Tetjus Tügel, dass er mit seinem Bilderzyklus "Das Echo der Hölle" den historischen Geschehnissen, die übrigens nicht nur in Sandbostel, sondern u.a. auch in Bremervörde stattgefunden haben, eindrucksvoll künstlerischen Ausdruck verliehen hat. Damit stellt er sich ebenso entschlossen wie wir, der Verein, dem Verblassen der Erinnerung entgegen.

Tetjus hatte übrigens sozusagen einen kurzen Weg, das Elternhaus des Künstlers und Künstlersohns Anfang der 50er Jahre stand nebenan, ein schönes altes Fachwerkhaus. Heute befindet sich dort ein prosaischer Getränkemarkt. Ich darf Tetjus und seiner Lebensgefährtin Ada Leddin noch einmal ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit danken und hoffe, dass die Ausstellung an weiteren Stationen viel Beachtung findet.

Ada hat übrigens mit Brot und Schmalz noch etwas für Ihr leibliches Wohl gesorgt, und bei Renate und Martin Hill können Sie sich mit Getränken versorgen.


 

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