"Leben unter dem Hakenkreuz"
Zweiter Teil unserer Ausstellung wurde am 8. November eröffnet
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Bremervörder Anzeiger vom 12. November 2003
 
 


Bis zum 30. November ist der zweite Teil der Ausstellung „Leben unter dem Hakenkreuz"
in derDokumentationsstätte in Bremervörde zu sehen. Foto: jb


 
 
„Von Sieg zu Sieg im Frieden und im Krieg"
Zweiter Teil der Ausstellung „Leben unter dem Hakenkreuz" zu sehen

Bremervörde (jb). In der Dokumentationsstätte Sandbostel am Großen Platz 4 in Bremervörde präsentiert Wolfgang Sellner in diesen Tagen den zweiten Teil seiner Ausstellung "Leben unter dem Hakenkreuz". Zahlreiche Zeitungsausschnitte, Prospekte, Plakate, Anzeigen, amtliche Verlautbarungen, Privatfotos, Briefe, Lebenmittelmarken und Rechnungen erlauben einen Blick auf das Leben in Nazi-Deutschland in den Kriegsjahren 1940/41.
" Die Absicht der Präsentation ist natürlich nicht, Ergebnisse einer naiven Sammelleidenschaft zu zeigen", erklärte Dr. Klaus Volland, Leiter der Dokumentationsstätte, bei der Ausstellungseröffnung vor wenigen Tagen. "Es geht uns darum, den Prozess der wahnhaften Kraftüberhebung des NS-Regimes und der fortschreitenden Militarisierung auch des Alltagslebens in Deutschland exemplarisch und anschaulich zu verdeutlichen."In den ersten Kriegsjahren habe auch die deutsche Wirtschaft versucht, Siegeszuversicht zu verbreiten, was an der Sprache und Bildauswahl von Werbeanzeigen großer deutscher Konzerne deutlich werde. Klaus Volland: „Bei den Autofirmen Steyr und NSU heißt es fast wortgleich: "Im Krieg und Frieden in vorderster Front" und "Von Sieg zu Sieg in Frieden und im Krieg". Wolfgang Seilner zufolge sind etwa 300 Exponate zu sehen, die nach Themenbereichen Politik, Wirtschaft, Kultur sowie Frau und Familie geordnet sind.
Der Bremervörder bezeichnet sich selbst als leidenschaftlichen Sammler. In seinem Keller sollen etwa 180 Ordner mit Originalmaterialien von der Jahrhundertwende bis 1960 liegen. Die Nazi-Zeit hat Wolfgang Sellner dabei besonders interessiert. In der Schule in nur einer Stunde abgehakt, wollte er mehr über diese Zeit wissen. Sellners Interesse gilt nicht nur dem Regime, sondern dem ganz alltäglichen Leben in Nazi-Deutschland. So sammelte er neben Zeitungsausschnitten jede Menge Material aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.
Im Frühjahr dieses Jahres zeigte Wolfgang Sellner den ersten seiner auf vier Teile konzipierten Ausstellung. Nach Bremervörde waren die Exponate dann auch in Buxtehude und Rotenburg zu sehen. Als Wanderausstellung angelegt, will er sie künftig in verschiedenen Orten im Elbe-Weser-Dreieck präsentieren. In der Dokumentatidnsstätte Sandbostel ist sie noch bis zum 30. November, Montag bis Freitag von 16 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr, zu sehen. Der Eintritt ist frei.

 

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