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„Von Sieg zu Sieg im
Frieden und im Krieg"
Zweiter Teil der Ausstellung „Leben unter dem Hakenkreuz"
zu sehen |
Bremervörde (jb). In der Dokumentationsstätte
Sandbostel am Großen Platz 4 in Bremervörde präsentiert
Wolfgang Sellner in diesen Tagen den zweiten Teil seiner Ausstellung
"Leben unter dem Hakenkreuz". Zahlreiche Zeitungsausschnitte,
Prospekte, Plakate, Anzeigen, amtliche Verlautbarungen, Privatfotos,
Briefe, Lebenmittelmarken und Rechnungen erlauben einen Blick auf das
Leben in Nazi-Deutschland in den Kriegsjahren 1940/41.
" Die Absicht der Präsentation ist natürlich nicht, Ergebnisse
einer naiven Sammelleidenschaft zu zeigen", erklärte Dr. Klaus
Volland, Leiter der Dokumentationsstätte, bei der Ausstellungseröffnung
vor wenigen Tagen. "Es geht uns darum, den Prozess der wahnhaften
Kraftüberhebung des NS-Regimes und der fortschreitenden Militarisierung
auch des Alltagslebens in Deutschland exemplarisch und anschaulich zu
verdeutlichen."In den ersten Kriegsjahren habe auch die deutsche
Wirtschaft versucht, Siegeszuversicht zu verbreiten, was an der Sprache
und Bildauswahl von Werbeanzeigen großer deutscher Konzerne deutlich
werde. Klaus Volland: „Bei den Autofirmen Steyr und NSU heißt
es fast wortgleich: "Im Krieg und Frieden in vorderster Front"
und "Von Sieg zu Sieg in Frieden und im Krieg". Wolfgang Seilner
zufolge sind etwa 300 Exponate zu sehen, die nach Themenbereichen Politik,
Wirtschaft, Kultur sowie Frau und Familie geordnet sind.
Der Bremervörder bezeichnet sich selbst als leidenschaftlichen Sammler.
In seinem Keller sollen etwa 180 Ordner mit Originalmaterialien von der
Jahrhundertwende bis 1960 liegen. Die Nazi-Zeit hat Wolfgang Sellner dabei
besonders interessiert. In der Schule in nur einer Stunde abgehakt, wollte
er mehr über diese Zeit wissen. Sellners Interesse gilt nicht nur
dem Regime, sondern dem ganz alltäglichen Leben in Nazi-Deutschland.
So sammelte er neben Zeitungsausschnitten jede Menge Material aus allen
Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.
Im Frühjahr dieses Jahres zeigte Wolfgang Sellner den ersten seiner
auf vier Teile konzipierten Ausstellung. Nach Bremervörde waren die
Exponate dann auch in Buxtehude und Rotenburg zu sehen. Als Wanderausstellung
angelegt, will er sie künftig in verschiedenen Orten im Elbe-Weser-Dreieck
präsentieren. In der Dokumentatidnsstätte Sandbostel ist sie
noch bis zum 30. November, Montag bis Freitag von 16 bis 19 Uhr, Samstag
und Sonntag von 15 bis 18 Uhr, zu sehen. Der Eintritt ist frei.