Niedersachsens Sozialministerin Ross-Luttmann besucht Gedenkstätte
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Zevener Zeitung 26. November 2007

„Hier ist vieles auf einem guten Weg“

Sozialministerin Ross-Luttmann besucht ehemaliges Lager Sandbostel

  Karl-Heinz Buck, Mechthild Ross-Luttmann und Dr. Klaus Volland  
 

 Karl-Heinz Buck, Mechthild Ross-Luttmann und Dr. Klaus Volland (v.l.) beim Rundgang.Foto:bz/cb

 
     
 
Sandbostel (bz/cb). Bei einem Besuch des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers in Sandbostel hat Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) die gute Arbeit gelobt, die vor Ort geleistet werde.
„Hier ist vieles auf einem guten Weg - auch dank der Beharrlichkeit einiger“, sagte die Ministerin. Nachdem der Vorsitzende der Stiftung Lager Sandbostel, Karl-Heinz Buck, die Ministerin im „Haus Altenburg“ - der provisorischen Dokumentationsstätte - begrüßt hatte, schilderte Andreas Ehresmann den Stand der Dinge in Sachen Gedenkstätte. „Man merkt, dass hier etwas in Bewegung ist. Dieser Ort wird wahrgenommen“, sagte der Koordinator für die Errichtung der Dokumentation- und Gedenkstätte.
Diese Tatsache lasse sich jetzt erstmals anhand einer Besucherstatistik quantitativ nachweisen. In den vergangenen knapp fünf Monaten hätten insgesamt rund 2100 Menschen die Dokumentationsstätte und das Lagergelände besucht, schilderte Ehresmann der Sozialministerin.   Darunter   seien 25 geführte Gruppen wie Schulklassen oder Konfirmandengruppen gewesen.
Vor dem Hintergrund der jahrzehntelangen Streitigkeiten um die Nutzung des Lager-geländes betonte Mechthild Ross-Luttmann, dass es wichtig sei, dass bei der Aufarbeitung der Lagergeschichte niemand an den Pranger gestellt werde. Dies sei für die Akzeptanz in der Bevölkerung wichtig. „Es ist gut, dass hier sachlich und nüchtern aufgeklärt wird, aber die Emotionen dabei nicht außer acht gelassen werden“, sagte die Sozialministerin. Dass die Akzeptanz für die Arbeit der Stiftung Lager Sandbostel steige, konnte Andreas Ehresmann bestätigen. „Von Monat zu Monat kommen mehr Besucher - sowohl aus der Region als auch von weiter weg. Was wir hier machen, stößt auf Resonanz“, sagte der Gedenkstätten-Koordinator. So habe beispielsweise erst vor kurzem ein Landwirt aus der Gegend einen Tisch aus dem ehemaligen Kriegsgefangenenlager als Ausstellungsstück für die Dokumenationsstätte zur Verfügung gestellt.
Bei einem Rundgang über das Lagergelände, vorbei an den baufälligen Holzbaracken, machte Karl-Heinz Buck klar, dass es bei den momentan durchgeführten Baumaßnahmen nicht darum gehe, die Baracken vollständig zu sanieren, sondern sie lediglich gegen den weiteren Verfall zu schützen. Dies werde von einigen immer wieder falsch verstanden.
Dr. Klaus Volland berichtete der Ministerin von seinen zum Teil sehr unterschiedlichen Erfahrungen, die er mit Schulklassen bei Führungen über das Gelände gemacht hat. „Manches ist nicht so schön“, deutete Volland an.
Dies liege zum Teil aber auch an der mangelhaften Vorbereitung einiger Lehrer auf den Besuch mit Schülern in Sandbostel. In diesem Zusammenhang sprach sich Mechthild Ross-Luttmann dafür aus, Zeitzeugen stärker in den Unterricht beziehungsweise in Führungen über das Lagergelände einzubeziehen. „Ich wünsche mir viel mehr Zeitzeugen, die in Schulklassen gehen und von ihren Kriegserlebnissen und ihren grausamen Erfahrungen berichten. Das hinterlässt einen bleibenderen Eindruck, als ihn Schulbücher und Lehrer vermitteln können.“
 
     

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