Übersetzung der Türbeschriftung
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Hier ist die Übersetzung einer von Zwangsarbeiterinnen beschrifteten Kellertür.


Erste Person:

Es lebe Stalin

5-11-44 saß hier Stojanowa Mila Mikoiajelina von 12 Uhr mittags bis 7 Uhr abends. 17 Jahre alt.

Saß Mila dafür weil sie am 31. Januar ihren linken Fuß verletzte, sie arbeitete in der zweiten Schicht von 4 Uhr nachmittags bis 12 Uhr nachts, und morgens um 5 Uhr musste sie wieder zur Arbeit von 7 Uhr morgens bis 4 Uhr nachmittags. Weil ihr Fuß sehr weh tat ging sie an diesen Abend nicht nach Hause, aber blieb im Handwerkslager zu übernachten wohin sie ihre Freundin brachte weil Mila nicht alleine gehen konnte. Die Tagesschicht arbeitete sie durch und kam hungrig nach Hause (man muß sagen das Mila zum letzten Mal um 12 Uhr am 31. gegessen hat) und was war los, in der Baracke war Desinfektion und die Brotkarten für das Mittagessen waren in der Baracke. ( Das Mädchen bleibt nicht hungrig, hier ist es doch gut) Mila ging zu Kletka um nach Essen zu fragen, aber die schimpfte Mila aus weil sie in der Fabrik übernachtete und gab ihr nichts zu essen. Das Mädchen ging hungrig unter Tränen schlafen. Es ist leicht zu sagen hungrig schlafen gehen und die Freundinnen konnten ihr nicht helfen. Sie waren selbst hungrig, was für einen Anteil bekamen sie. Am Morgen beschloß das Mädchen nicht zur Arbeit zu gehen, die Arbeit war so schwer wie für Männer. Kletka rief das Mädchen um 6 Uhr morgens zu sich ins Zimmer und fragte warum sie nicht zur Arbeit geht. Kletka kann das nicht verstehen und befahl um 7 Uhr zur Arbeit zu gehen. Mila ging mit großen Anstrengungen zur Arbeit, arbeitete und rannte nach Hause ( aber ihr, meine Lieben, müßtet wissen, wie kann man rennen wenn man 3 Tage nichts gegessen hat). Trotzdem ging Mila eilig nach Hause und was sah sie, ihre Brotkarten waren weg, jemand stahl sie und ihren Lohn.( Wie viel Tränen waren das, wie viel schluchzen) . Die Freundinnen halfen ihr, gaben die letzten Brotkrümel und den letzten Löffel Wassersuppe. Und das führte dazu das sie und ihre Freundinnen hungrig waren. Und endlich kam der 4. Februar, Mila bekam Urlaub für 2 Tage. Am 4. feierte Mila, trank genug Tee nach 7 Tagen Arbeit ( natürlich war der Tee , ihr müsst das wissen, wer nicht weiß schreibe ich, war nicht süß, aber genug Tee ) und kam nach Hause. Mila wühlte in ihren Papieren und entdeckte 2 Brotkarten noch von der 52. Woche, (jetzt ist die 5. Woche), radierte die zwei und wollte am letzten Tag ihres“ Urlaubs“ noch essen ( die Marken waren für Brot). Es ist noch anzumerken dass Mila all die Tage nicht zu Kletka gegangen war und hatte nicht nach Essen gefragt, weil sie wusste das es keins gibt. Die Fälschung wurde entdeckt. Kletka schlug sie zuerst an die linke Wange und wurde rot vor Wut, dann befahl sie Mila sich auszuziehen. Das Mädchen erfüllte gehorsam den Befehl. Sie hatte ein schwarzes, seidenes Kleid und eine Jacke an. Die Jacke zog Mila aus und blieb im Kleid. Kletka jagte alle aus dem Zimmer hinaus und blieb mit einer Dolmetscherin, beide waren zufrieden mit ihrer Beute. Das Mädchen stand da und wartete zitternd auf ihren Prozess. Kletka nahm aus ihren Zimmer die Riemenpeitsche und schlug wie es ihr gefiel. Sie müssten wissen ob es leicht für Mila war das auszuhalten oder nicht., aber danach führte Kletka selbst hierher in das kalte Loch. Das ist alles was ich von hier schreiben konnte, liebe Freunde, was weiter passiert weiß ich nicht, jetzt sitze ich noch hier.

Weine nicht und sei nicht traurig, liebes Kind, dass du in einem feuchten Keller sitzt Sei dankbar Kletka und ihrer Freundin Walja. Es kommt noch die Zeit für Mila. Sei tapfer und dein Herz sei heiß Besser geht‘s du ins Grab als zusammen mit ihr Schulter an Schulter.

Zweite Person:

Ich, Nal... Saß hier am 3. Dezember 1943, weil ich die Lagerleiterin geschlagen habe, von 10 Uhr morgens bis ....

Dritte Person:

Wer hier sitzen wird, lese und ergänze, schone nicht die Wände und die Türen, das geht in die Geschichte und wir werden bald frei, bald kommen unsere Falken uns zu befreien, sie sind nicht weit und sie haben uns ein gutes Beispiel gegeben, trinkt kein Tee und kein Wasser, aber trinkt Milch. Verliebt euch nicht in Ausländer weil wir nicht mehr weit weg sind Alle die gebildet sind, die hier sitzen werden selber lesen, verliere keine Minute, lese und schreibe, für dich wird es leichter zu sitzen und schnell vergeht die Zeit bis sie dich herauslassen. Wenn sie dir Essen geben, nimm nichts. Schlagen sie dir auf die Wange, halte die andere hin. Ihr Gewissen tötet sie und sie werden nicht schlagen. Sie sind Leute und uns halten sie für Vieh, aber das ist umgekehrt. Vieh sind sie und nicht wir. Und wir, wie lange können wir noch aushalten, wir Armen müssen noch bis zum Ende aushalten, das Ende muß schon bald sein.



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